Wahlkampf-Zeit – und was sie mit Menschen macht
Am 15. März 2026 sind Kommunalwahlen in Hessen. Wir dürfen wieder unser demokratisches Grundrecht nutzen. Wir wählen den Kreistag, die Gemeindevertretung und die Ortsbeiräte. In manchen Kommunen werden auch die Ausländerbeiräte gewählt. Die Kommunalwahlen haben oft niedrige Wahlbeteiligungen. Dabei sind es aus meiner Sicht die wichtigsten Wahlen. Denn in der Kommune geschieht unser tägliches Leben. Und hier werden Entscheidungen getroffen, die unseren Alltag und auch unseren Geldbeutel direkt beeinflussen. Aber der Wahlkampf beeinflusst auch unser Miteinander.
Hier geht es nicht um abstrakte Debatten, sondern um ganz konkrete Fragen: Wie kommen die Kinder sicher zur Schule? Wie bleiben unsere Orte lebenswert? Wo entstehen Begegnungsräume, wo fehlt Unterstützung? Wie stärken wir Vereine und Gemeinschaft? Und: Die Entscheidungen darüber werden nicht anonym getroffen, nicht weit weg. Sondern von Menschen, die hier selbst leben, arbeiten und Verantwortung übernehmen. Ehrenamtlich.
Gerade deshalb ist Kommunalpolitik so bedeutend – sie entscheidet darüber, wie sich Heimat anfühlt. Sie lebt vom Mitmachen, vom Zuhören und vom fairen Streit um die besten Lösungen für unsere Gemeinde.
Der Wahlkampf ist im Ebsdorfergrund längst angekommen
Der Wahlkampf zur Kommunalwahl ist im Ebsdorfergrund längst angekommen. Nicht mit einem großen Knall, sondern schleichend. Positionen werden schärfer, der Ton in der Debatte rauer, Angriffe, Halbwahrheiten und feine Spitzen in den Sozialen Medien werden wieder mehr. Wer kommunalpolitisch unterwegs ist, merkt das sehr schnell – in Sitzungen, in Gesprächen am Gartenzaun, beim Familiengeburtstag und online.
„Politik vor Ort ist dann gut, wenn man sie im Alltag spürt – und nicht, wenn sie Menschen gegeneinander aufbringt.“
Mein politischer Alltag hat sich in den letzten Wochen spürbar verändert. Termine häufen sich, Themen überlagern sich, Entscheidungen müssen schneller getroffen werden. Gleichzeitig spüre ich eine wachsende Erwartungshaltung: Stellung beziehen, reagieren, einordnen. Kommunalpolitik ist nah dran an den Menschen – und genau das macht sie so intensiv.
Ich erlebe, wie politische Auseinandersetzungen persönlicher werden. Nicht immer geht es um Inhalte oder Lösungen, manchmal mehr um Zuschreibungen und Deutungen. Das passiert nicht nur mir, sondern vielen, die sich ehrenamtlich engagieren. Gerade auf der kommunalen Ebene, wo man sich kennt, wo Politik und privates Leben nicht sauber zu trennen sind. Dabei sind es nicht die Menschen am Gartenzaun, die unfreundlich werden.
Ganz im Gegenteil. Sie sprechen Mut zu. Sie berichten, dass sie hoffen, keinen so scharfen Wahlkampf wie zuletzt erleben zu müssen. Sie wünschen sich Fairness und Miteinander. Das wünsche ich mir auch. Trotz aller Angriffe, die man lernt, bestmöglich abperlen zu lassen. Trotz aller Unterstellungen. Und obwohl ich nun auch das erste Mal in meinem Leben eine Strafanzeige bei der Polizei stellen musste, um mich selbst zu schützen.
Politik hört nicht nach Feierabend auf
Kommunalpolitik endet nicht mit dem Verlassen des Sitzungssaals. Sie begleitet einen in den Alltag: beim Einkaufen, beim Sport, im Gespräch mit Freunden und beim Spaziergang im Feld. Das ist sehr bereichernd, es ist das, was ich am Landleben liebe – und es ist in Wahlkampfzeiten besonders spürbar.
Social Media verstärkt vieles. Diskussionen werden schneller, zugespitzter, nicht immer fair. Aussagen verlieren ihren Kontext, Gerüchte verbreiten sich leichter als Fakten, Fronten verhärten sich. So ist es leicht zu behaupten, dass ein Beschluss der SPD Ebsdorfergrund dazu führt, dass jährlich Trinkwasser beim AquaPark verschwendet würde und ungenutzt in den Kanal laufen würde. Vergessen wird dabei vom Mitbewerber sehr schnell die eigene Verantwortung – er hat dem Projekt ebenfalls zugestimmt. Wohlwissend, dass eine Wasseraufbereitung für die vergleichsweise geringe Menge an Wasser sich finanziell nicht lohnt.

Vergessen wird dabei auch die Info, dass das Wasser durchaus aufgefangen wird und zum Bewässern der Bepflanzung genutzt wird. Das ist offenbar Wahlkampf. Mit Auslassungen andere angreifen, statt für die eigenen Ideen zu werben. Wir sollten alle viel mehr darüber reden, was wir gemeinsam erreichen können. Was wir erreichen wollen. Was ist denn die Vision?
Umso wichtiger ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich immer wieder zu fragen: Worum geht es eigentlich? Und was bringt unsere Gemeinde wirklich weiter? Denn darum geht es. Nicht um Egos. Nicht um Persönlichkeiten. Es geht um unsere Gemeinde.
Streiten gehört dazu – wie wir streiten, auch
Ich halte politischen Streit für notwendig. Ohne unterschiedliche Meinungen gibt es keine Weiterentwicklung. Aber ich glaube fest daran, dass es einen Unterschied macht, wie wir streiten. Sachlich, respektvoll, mit dem Blick auf Lösungen – oder laut, persönlich und verletzend. Meine Eltern haben immer gesagt: „Wer schreit, hat unrecht.“ Ich verstehe diesen Satz mittlerweile viel besser. Weil ich feststelle, dass Menschen laut und beleidigend und unsachlich werden, wenn ihnen die sachlichen Argumente ausgehen und sie das nicht zugeben können. Wer gibt das schon gerne zu? Wer gibt gerne nach? Das scheint heute nicht mehr dazuzugehören.
Gerade im kommunalpolitischen Ehrenamt braucht es aber gegenseitigen Respekt. Niemand engagiert sich, um sich angreifen zu lassen. Alle bringen Zeit, Energie und Herzblut ein – neben Beruf, Familie und Privatleben. Und es ist nicht alles nur Schwarz und Weiß. Oder Schwarz und Rot und Grün. Viele Themen sind komplexer. Viele Meinungen sind komplexer. Und wir haben verlernt, andere Farben, andere Meinungen auszuhalten – zu respektieren und manchmal vielleicht einfach stehen zu lassen.
Nicht müde werden
Trotz allem: Ich lasse mich nicht entmutigen. Ich gehe zu Terminen, führe Gespräche, höre zu, erkläre, werbe für Ideen. Weil ich davon überzeugt bin, dass eine lebendige Demokratie genau davon lebt.
Sie lebt von Ideen und insbesondere von Menschen. Von Menschen, die bereit sind, für ihre Ideen zu streiten, aber auch Kompromisse und gemeinsame Lösungen zu finden. Von Menschen, die ihre Stimme erheben. Und vor allem von Menschen, die ihre Stimme nutzen.

Und am Ende kommt es auf jede und jeden Einzelnen an. Gehen Sie am 15. März wählen.
Nicht aus Gewohnheit, sondern bewusst.
Mit Ihrer Stimme entscheiden Sie auch darüber, welchen Stil die Politik vor Ort haben soll.
Sie entscheiden darüber, welche Ideen Sie überzeugt haben, wie Sie die Zukunft unserer Gemeinde sehen – und welchen Menschen Sie zutrauen, dass sie gut auf unsere Gemeinde aufpassen und sie für uns alle weiterentwickeln und nicht für den eigenen Vorteil.
„Wie wir in der Kommunalpolitik streiten, zeigt, wie ernst wir unsere Demokratie nehmen.“
Kommunalpolitik ist kein Schlagabtausch aus der Ferne.
Sie ist Teil unseres gemeinsamen Alltags.
Und genau deshalb lohnt es sich, sie mit Haltung, Respekt und Engagement zu gestalten. Gemeinsam. Grundanständig. Mit Mut und Haltung!
Gerade dann, wenn es schwierig ist und der Gegenwind hart.
Ich kandidiere am 15. März erneut.
Auf Platz 1 auf der Liste der SPD Ebsdorfergrund für die Gemeindevertretung.
Auf Platz 2 bei der SPD Marburg-Biedenkopf für den Kreistag unseres Landkreises.
Und ich werbe bei Ihnen um Ihre Stimme. Mit guten Ideen. Mit Mut, Haltung und dem Versprechen, immer mein bestes für unser Zuhause zu geben.


